Vordere Kreuzband Ersatzoperation Patienteninfos

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

im Hinblick auf eine optimale Behandlung folgen Informationen über  die Kreuzband Ersatzoperation.

Warum sollte eine Operation durchgeführt werden?

Die vorangegangenen Untersuchung haben die Instabilität Ihres Kniegelenks nach vorderem Kreuzbandriss gezeigt. Die Kreuzbänder sind wichtige Stabilisatoren des Kniegelenks. Bei weiterer sportlicher oder stärkere alltäglicher Belastung sind als Folgeschäden Meniskus- und Knorpelverletzungen zu erwarten und es kann sich eine früh eintretende Arthrose entwickeln.

Um die volle Belastbarkeit wieder zu erreichen muss zur Stabilisierung des Kniegelenkes das vordere Kreuzband durch körpereigenes Gewebe ersetzt werden. Hierfür werden eine, selten zwei Sehnen aus der hinteren Oberschenkelinnenseite entnommen. Als Alternative kann ein Transplantat aus der Kniescheibenstrecksehne, der Oberschenkelstrecksehne, einem Teil der seitlichen langen Wadenmuskelsehne oder eine humane Spendersehne gewählt werden.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Die Kreuzbandoperation führen wir endoskopisch minimalinvasiv (in Schlüssellochtechnik) unterstützt in Vollnarkose oder in Spinalänästhesie/Kreuzstich durch.

Bei dem Eingriff werden zunächst Meniskus- und Knorpelschäden bearbeitet. Eventuell muss auch der Meniskus genäht bzw. der Knorpel saniert werden. Von einem Hautschnitt wird ein Gewebestreifen, wie oben erwähnt, entnommen, aus dem das Ersatzkreuzband hergestellt wird.

Mit Spezialzielgeräten werden Bohrungen zum Ansatzbereich des vorderen Kreuzbandes in den Schienbeinkopf und in den Oberschenkelknochen eingebracht. Nach Überprüfung der Lage der Bohrkanäle und Glättung der Eintrittsstellen wird das vorgespannte Ersatzkreuzband eingezogen und mit Schrauben oder Titanbuttons befestigt.

Vor der Operation wird zur Vorbeugung von Infektionen ein Antibiotikum verabreicht.

Nach der Operation wird eine Knieschiene mit Kühlkompresse angelegt. Mit einer Schiene kann das Knie nach der Operation sofort teilbelastet werden.
Die eingelegten Wunddrainagen werden nach
ca. 24 h entfernt. Die Fäden werden nach 10–14 Tagen gezogen.

Krankengymnastische Behandlung beginnt sofort nach der Operation mit gezielten muskelkräftigenden und abschwellenden Bewegungsübungen.

Im Allgemeinen kann das Knie nach 2 Wochen ohne Stützen belastet werden.

Leichtere Arbeiten sind nach ca. 4 Wochen, schwerere körperliche Arbeiten sind in der Regel nach 10–12 Wochen wieder zumutbar. Sportliche Vollbelastung ist nach ca. 6-8 Monaten wieder zugelassen.

Mögliche Komplikationen:

  • Infektion des Gelenks und oder der Weichteile (Wundheilungsstörungen)
  • Spätinfektionen
  • Venenthrombose an Ober- und Unterschenkel, als seltene Folge Embolien (Blutgerinnsel mit Gefäßverschluss)
  • Reruptur
  • Implantatversagen
  • Bleibende Bewegungseinschränkung (Beuge- und oder Streckeinschränkung)
  • Verbleibende Instabilität
  • Lyse – Transplantatversagen durch körpereigenes Auflösen/Schwächung
  • Nervenverletzung mit folgender Gefühlsstörung zum Beispiel vor der Kniescheibe oder an der Innenseite
  • Gefäßverletzung mit anhaltender Schwellung des Gelenks
  • Bluterguss am Oberschenkel, bzw. Hautverletzung durch die Manschette für die Blutleere
  • Breite Narben
  • Sehr selten Riss der Patellasehne (Kniescheibensehne) oder Bruch der Kniescheibe nach Entnahme des Transplantates
  • Verbleibende Schmerzen und oder Unsicherheitsgefühl

Über Art Umfang und Risiken der oben aufgeführten Eingriffe wurde ich aufgeklärt. Andere Behandlungsmethoden, deren Vor- und Nachteile, deren Erfolgsaussichten und deren Komplikationsmöglichkeiten wurden besprochen.

Unter Abwägung der Gefahren der ärztlichen Behandlung gegenüber den Folgen ihrer Unterlassung habe ich mich für den vorgesehenen Eingriff entschieden und erkläre mich mit dem geplanten Eingriff und einer möglichen Erweiterung des Eingriffs in Abhängigkeit des bei der Operation vorgefundenen Befundes, einverstanden. Ich habe keine weiteren Fragen.