Bänderriss Sprunggelenk

Bänderriss Sprunggelenk

Bänderriss Sprunggelenk – AKUTE VERLETZUNG

Eine der häufigsten Verletzungen stellt die Sprunggelenkszerrung bzw. der Sprunggelenkbänderriss dar.
Durch Umknicken mit dem Fuß und Sprunggelenk nach innen kommt es entweder zu einer Zerrung der Bandstrukturen (Distorsio articulatio talocruralis), zu einem Bändereinriss oder zu einer Totalruptur der Bandstrukturen (Subluxatio tali suppinatorium).

Wie werden eine Sprunggelenkzerrung und ein Bänderriss diagnostiziert?

Die reine Sprunggelenkzerrung wird klinisch diagnostiziert. Es zeigt sich eine schmerzhafte Verschwellung des Sprunggelenkes bei stabilen Gelenksverhältnissen. Die Bandstrukturen sind überdehnt, jedoch in ihrer Kontinuität erhalten.
Die Röntgenuntersuchung ist obligat, um eine knöcherne Verletzung ausschließen zu können.

Liegt eine Bandruptur vor, so wird diese auch klinisch diagnostiziert. Es sollte zur weiteren Abklärung des Verletzungsausmaßes, neben der Röntgenuntersuchung, eine Magnetresonanztherapie durchgeführt werden. Dabei können auch Zusatzverletzungen, wie z.B. Knorpelschäden, abgeklärt werden.

Wie sieht die Behandlung von Sprunggelenkzerrung und Bänderriss aus?

Eine Sprunggelenkzerrung kann konservativ behandelt werden, wobei eine Schienung für 4-6 Wochen verordnet wird. Begleitend sollte eine physikalische Therapie durchgeführt werden, um die außenbandverstärkende Muskulatur (Musculus peronaeus longus et brevis) zu kräftigen, sowie das Gelenk zu mobilisieren.

Bei einem Bänderriss wird, abhängig von der klinisch festgestellten Instabilität, entschieden, ob ein konservatives Vorgehen mit 6-wöchiger Schienenbehandlung  oder ein operatives Vorgehen indiziert ist. Bei der operativen Therapie werden die zerrissenen Bandstrukturen mit Nähten adaptiert, um nach Ausheilen stabile Sprunggelenksverhältnisse erzielen zu können. Eine begleitende physikalische Therapie ist in beiden Fällen unerlässlich.

Sprunggelenk – Chronische Instabilität

Liegt eine chronische Bandinstabilität des Sprunggelenkes vor, die auf physikalisch-therapeutische Stabilisierung keine Besserung findet, so sollte man bei aktiven Patienten eine operative Stabilisierung durchführen.

Zuvor ist eine radiologische Abklärung mittels Standardröntgen, gehaltenen Röntgenaufnahmen im Seitenvergleich, sowie eine Magnetresonanztomographie durchzuführen. Liegt bereits ein knöcherner Defekt vor, ist eine zusätzliche Computertomographie sinnvoll.

Bei der operativen Behandlung wird mit einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) begonnen, um Knorpelschäden erkennen und therapieren zu können. Die weitere  Stabilisierung ist abhängig vom Schweregrad der Instabilität. In manchen Fällen reicht eine Mobilisierung und direkte Naht der gerissenen Bandstrukturen in „mini-open“ Technik (Broström Operation).

Bei schwerwiegenden Fällen einer chronischen Instabilität muss ein Bandersatz durchgeführt werden. Hierfür wird ein sprunggelenknaher Sehnenstreifen entnommen und als neues Band zur Stabilisierung eingesetzt. Alternativ dazu kann eine Spendersehne gewählt werden.