Knie

Tibiakopffraktur

Was ist eine Tibiakopffraktur?

Als Tibiakopffraktur wird ein Unterschenkelbruch im Kniegelenkbereich bezeichnet. Dieser kann als Spalt-, Trümmer oder Impressionsbruch auftreten und zu einem kompletten Defekt einer oder beider Kniegelenkseiten führen.

Wie wird eine Tibiakopffraktur behandelt?

Tibiakopffraktur

Tibiakopffraktur

In jedem Fall sollte neben einer Röntgenuntersuchung eine Computertomographie (CT) ausgeführt werden, um die Gelenkfläche genau beurteilen zu können. Liegen durch eine Fraktur Stufenbildungen von mehr als 2 mm in der Tragezone vor, so sollten diese operativ korrigiert werden. Dadurch werden spätere Schmerzen vermieden. Die Gelenkfunktion wird wiederhergestellt, außerdem dient die Operation zur Vorbeugung einer posttraumatischen Arthrose.

Bei der Operation wird der Bruch durch Manipulation in die korrekte Stellung gebracht, wobei die Stellung der Gelenkfragmente arthroskopisch kontrolliert wird, das heißt unter direkter Vergrößerungssicht mittels Staboptik im Gelenk.

Die korrigierte Position der Fraktur wird entweder nur mittels Schrauben, oder aber auch mittels einer Titanplatte in Stellung gehalten.

Im Rahmen der Arthroskopie werden auch Begleitverletzungen abgeklärt und sofort mitbehandelt: Meniskusschäden und Kreuzbandrupturen sind häufige Begleitverletzungen bei Brüchen des Tibiakopfes, welche primär meist durch Refixation oder Naht rekonstruiert werden können.

Brauche ich eine Physiotherapie nach der Operation?

Die Nachbehandlung erfolgt frühfunktionell. Sie können sofort nach der Operation mit Physiotherapie und Bewegungsübungen beginnen.

Alternative Behandlungsmethoden der Tibiakopffraktur

Alternativ dazu kann die Tibiakopffraktur mittels Schiene oder Gipsverband behandelt werden. In diesem Falle muss die Ruhigstellung 8-12 Wochen getragen werden. Erst dann kann nach Abnahme mit der Mobilisierung des Kniegelenkes begonnen werden.

 Supracondylärfrakturen

Suprakondylärfraktur OP

Suprakondylärfraktur OP

Entsteht durch einen Sturz eine Fraktur knapp oberhalb des Kniegelenkes, so wird diese als supracondyläre Fraktur bezeichnet. Dieser Frakturtyp geht meist durch den entstehenden Muskelzug mit einer Fragmentverschiebung einher und wird daher in den allermeisten Fällen operativ mittels winkelstabiler Titanplatte, oder einem Marknagel versorgt, der von der Kniegelenkseite eingebracht wird.

Auch diese Frakturen können nach korrekt durchgeführter Operation frühfunktionell nachbehandelt werden.

Kniescheibenbruch – Patellafraktur

Was ist eine Patellafraktur?

Die Kniescheibe (Patella) ist ein Teil des Streckapparats am Knie. Bei einer Patellafraktur handelt es sich um einen Bruch der Kniescheibe.

Was sind die Ursachen einer Patellafraktur?

Die Ursache eines Kniescheibenbruchs ist im Regelfall eine direkte Gewalteinwirkung. Der typische Unfallhergang ist ein Sturz auf das Knie. Häufig ist eine harte Kante im Spiel (Treppenstufe, Gehsteigkante), auf die die Kniescheibe trifft. Die Fragmente des Knochens befinden sich nach einer Patellafraktur nicht mehr an der richtigen Stelle.

Kniescheibensehnenabriss

Kniescheibensehnenabriss

Wie wird ein Kniescheibenbruch behandelt?

Nur in seltenen Fällen kann eine Patellafraktur konservativ behandelt werden.

Die Operation wird offen durchgeführt. Die Vorgehensweise ist abhängig davon, in welcher Art die Kniescheibe gebrochen wurde. Brüche mit verlagerten Bruchstücken müssen erst wieder in das richtige Gefüge gebracht werden. Vor allem an der Rückseite der Kniescheibe muss ein glattes Ergebnis erzielt werden.

Längsfrakturen können von seitlich verschraubt werden.

Querbrüche werden im Regelfall mit zwei Drähten, die in Längsrichtung durch die Bruchstücke geführt werden in Stellung gehalten. Die Drähte werden von einem weiteren Draht zusammengezogen (Zuggurtung). Durch das Zusammenziehen wachsen die Bruchteile wieder aneinander.

Brauche ich eine Physiotherapie nach der Operation?

Direkt nach der Operation muss das Knie ruhig gestellt werden, damit der Knochen am Knie wieder zusammenwachsen kann. Dafür müssen Sie in etwas sechs Wochen einplanen. Begleitend zur Ruhigstellung kann eine Physiotherapie angeordnet werden. Nach den sechs Wochen können Sie das Knie wieder voll belasten. Wichtig sind danach Dehnungsübungen und ein gezielter Muskelaufbau. Ziel ist es immer, die Beweglichkeit des Knies zu erhalten.